29 März 2015

Simons Torte

Eine Geburtstagstorte für einen 31 Jahre alten Mann backen  und passend verzieren - klar, das kann ich, kein Problem.

So sehen meine Torte für 31jährige Männer aus

Rosa Teaparty... yay

So ein rosa Elefant passt zu Simon, ehrlich

Regenbogen - bunter gehts wohl nicht

Simon war recht gnadenlos beim Zerteilen des Kuchens
Der arme Elefant

Er hatte selbst schuld, er wollte eine Regenbogentorte und er hat gesagt, ich soll nicht am rosa sparen und auf meine Warnung, dass ich dann wirklich was in rosa mache, hat er geantwortet: "ja bitte in Rosa und Prinzessinnen oder hallo kitty, total süß". Tja Simon, man fordert jemanden wie mich nicht so heraus... selbst schuld ;)

25 März 2015

Die Vermieter


Wir sind immer noch auf Wohnungssuche und dabei ärgern einen nicht nur die Makler, die viel Geld verlangen und dafür nichts tun wollen, sondern die Vermieter sind auch eine ganz spezielle Spezies und manchmal kam ich mir vor, wie bei versteckte Kamera.
Aber vorab, falls jemand was weiß: Wir suchen eine vier Zimmer Wohnung in und um Osnabrück (bis 25 Min. Fahrzeit zur Innenstadt) bis 800 Euro warm und nicht in einem großem Mietshaus.

Die Saubermänner
Viele Wohnungen kamen für uns schon nach dem Telefonat mit dem Vermieter nicht in Frage:
Der Geranienmann erklärte uns, dass er viel Wert auf Sauberkeit und Ordnung legt (soweit, so ok, wir leben auch nicht gern im Dreck). Aber dann hat er das ausgeführt: Also im Garten, da hat jede Mietpartei ihr Areal, das wird aber alles nach einem Pflanzplan mehrmals im Jahr neu bepflanzt. Natürlich wird im Garten nicht gegrillt oder herum getrampelt, davon geht der Rasen kaputt (also bepflanzen - nach Plan - darf man, aber benutzen nicht). Außerdem wäre es sehr wichtig, dass auf dem Balkon im Sommer zwei Balkonkästen mit roten Geranien sind, das würden alle so halten, damit das Haus einheitlich aussieht. Ehrlich Leute, Geranien?
Der Balkonmann erklärte uns, dass es 1. selbstverständlich ist, dass wir 2000 Euro an die Vormieter bezahlen, weil die vor ein paar Jahren neuen Laminat in einem Raum gelegt haben der teuer war (ahja.. nee, so normal finde ich das nicht). 2. wäre es natürlich selbstverständlich, dass das Treppenhaus wöchentlich zu einem bestimmten Zeitpunkt gereinigt wird (hm, kann man drüber reden, ich halte es lieber so, dass ich es dann reinige, wenn es nötig ist, sicher auch häufig, aber ob es im trockenen Sommer wirklich wöchentlich nötig ist?) und 3. wird der Holzboden der 20 m² Terrasse jeden Frühling (er sagt uns dann schon wann) von uns abgeschliffen und neu lackiert, das würde höchstens 2 – 3 Tage dauern und ist nötig, damit das Holz schön aussieht. Ok, danach wollte ich diese Wohnung auch nicht mehr, kann sich irgendwer erklären warum?

Die Chaoten
Die Chaoten sind durchaus liebenswert und wir taten und tun uns schwer damit, die Wohnungen aufzugeben, aber … ich weiß nicht, ob ich damit umgehen kann, wenn direkt in der Garage neben dem Haus ständig Hirsche geschlachtet werden, ich weiß nicht, ob man den penetranten Geruch nach Zigaretten und wenig Lüften aus der Wohnung wieder raus kriegt und ich bin mir nicht sicher, mit wie viel Chaos auf dem Hof um mich umzu ich leben kann. Die Leute waren superlieb und nett, aber ich brauche doch ein gewisses Maß an Sauberkeit, Ordnung und weniger tote Tiere um mich herum... In dem anderen Fall war in der Wohnung seit mehr als 16 Jahren nicht mehr renoviert worden, die Tapeten kamen von den Wänden, es war alles extrem schmutzig und abgewohnt. Aber der Vermieter meinte, man richtet sich ja dann doch eh so ein wie man es möchte. Nur das würde uns mindestens 5000 Euro kosten, da die Wohnung komplett saniert werden müsste und wo sollte das Geld wohl her kommen? Die Wohnung ist noch nicht aus dem Rennen, weil sie einfach eine tolle Raumaufteilung hat und auch sonst das ist, was wir wollen, aber wenn der Vermieter uns beim Renovieren nicht ein wenig entgegen kommt, müssen wir die Wohnung wohl aufgeben.

Die Mieterhasser
Eine Vermieterin war ganz putzig, erzählte uns die ganze Zeit davon, wie ätzend alle Mieter vorher waren, was die alles Schlimmes angestellt haben (ja, auch hier wurden die Treppen nicht immer so gereinigt, wie das angeblich nötig war, dabei gehörte das Treppenhaus eh nur zu dieser Wohnung und sah ohnehin verlebt aus). Ok, einiges was die Vormieter gemacht haben, fand ich auch nicht gut, anderes gehörte für mich klar in die Kategorie „blöder Unfall“ und manches (wie kann man nur Wände lila streichen) fand ich nun gar nicht schlimm, ich mag zwar auch lieber helle Wände, aber das ist ja nun wirklich Geschmackssache. Die Dame wunderte sich auch, warum alle Mieter immer so schnell wieder auszogen... nun, wir wollten da nicht einmal einziehen...
Auch andere Vermieter zeigten bei Telefonaten schon so eine Abneigung gegen Mieter, dass ich die Wohnungen nicht mehr anschauen wollte. Die regten sich über alles Mögliche auf, teilweise sicher berechtigt, aber das macht so einen miesen Eindruck, man möchte ja nun auch nicht auf Schritt und Tritt überwacht und dann wegen nicht abgenommener Wäsche im Keller zur Sau gemacht werden.

Die Tierhasser
Eine Vermieterin erklärte uns, dass Tiere überhaupt nicht in Frage kommen, weil der Vormieter der Wohnung sein Tierstreu im Müll entsorgte und die anderen Hausbewohner sich ständig darüber beschwerten. Da war so eine Abneigung gegen Tiere, dass ich die Wohnung auch nicht mehr haben wollte.
Am Telefon wurde uns auch mehrfach mitgeteilt, dass unsere Meerschweinchen unhygienisch wären und man sowas nicht in der Wohnung wollte.
Nein, meine Meerschweinchen sind nicht unhygienisch, ihr Gehege wird häufig gereinigt, man riecht nur das frische Heu und die gebrauchte Einstreu verpacken wir ordentlich in Säcke und entsorgen sie selbst bei der Müllkippe. Ich kenne Menschen, die sind unhygienischer als meine Tiere....

Naja, also wir suchen noch immer und weiter und hoffen, wir finden was. Wir – und unsere bisherige Vermieterin – halten uns für nette Mieter, wir sind ruhig, wir zahlen die Miete pünktlich, wir reparieren vieles selbst und nerven nicht wegen Kleinigkeiten, wir übernehmen auch mal Arbeiten, die nicht zu unseren Aufgaben gehören, wir rauchen nicht, wir renovieren unsere Wohnung regelmäßig und die Wohnung wird geputzt (nicht klinisch sauber, aber die Keramik ist weiß und die Küche ist sauber). Da muss es doch möglich sein, für uns ein Plätzchen zu finden? Oder sind wir doch zu anspruchsvoll, was unsere Vorstellungen angeht? Wir möchte doch einfach nur eine saubere Wohnung, die wir nicht komplett renovieren müssen und deren Vermieter uns nicht unseren Tagesablauf vorschreibt....

12 März 2015

Glücklichmachkekse

Schokochipskekse

125 Sonnenblumenmargarine
125 brauner Zucker
1 Ei
eine Priese Salz
einen Teelöffel Vanillinzucker
einen Teelöffel Backpulver
180 g Mehl
100 g Schokotropfen Vollmilch
70 g Schokoraspeln Zartbitter

Margarine, Zucker, Ei, Salz und Vanillinzucker schaumig rühren, Backpulver und Mehl dazu, zuletzt die Schokolade. Das wird ein recht klebriger Teig, versucht trotzdem Kügelchen zu machen (mit zwei Teelöffeln geht das recht gut, wie man Gnocchi macht). Diese mit genug Abstand (sie gehen auf und zerlaufen dabei auch) auf ein Backblech mit Backpapier geben und bei 190°C so lange backen, bis der Boden und Rand braun werden und sie halt genau so aussehen, wie auf dem Bild.



Diese Kekse waren gestern meine Rettung, ich bin vom Wohnung suchen so genervt und so am Boden, dass ich kurz vor einem hysterischem Anfall war, aber schon nach dem Backen riecht die Wohnung so gut, dass man langsam runter kommt und 10 von diesen Keksen machen so glücklich... und so träge und fett, dass man keine Kraft mehr für irgendwelche Anfälle hat, sondern nur noch stark sediert auf die Couch fällt.

04 März 2015

Recherche muss sein


Teaser: Making of „Kosmos Handbuch Meerschweinchen“

Und immer wieder lesen, recherchieren, nachforschen

Die ersten Teaser zum Buch haben aufgezeigt, wie schwierig es ist, passende Fotos zu bekommen und den Inhalt des Buches anzupassen. Sobald ausgewählt ist, was für Informationen ins Buch kommen, sollte es doch ganz einfach sein – immerhin habe ich seit dem letzten Jahrhundert mit Meerschweinchen zu tun, erforsche sie, habe welche im Wohnzimmer, nehme alte und kranke Tiere auf und habe eine sehr ausführliche HP die regelmäßig überarbeitet wird. Also müsste ich doch nun „nur noch“ alles nett aufschreiben und fertig ist das Buch. Tja, schön wäre es, wenn es so einfach wäre. Sicher, viele Autoren handhaben es so und schreiben eigentlich immer nur bei sich selbst ab, aber die Welt dreht sich weiter, neue Erkenntnisse gibt es ständig und deshalb ist es wichtig, nicht einfach nur bekanntes Wissen immer wieder zu rezitieren, sondern neu nachzulesen. Und so verbringe ich viel mehr Zeit damit, Facharbeiten, andere Bücher, medizinische Zeitschriften etc. zu lesen, als zu schreiben.

Ein Beispiel dafür, dass immer wieder neu gelernt werden muss, ist schon die systematische Zuordnung der Meerschweinchen. Bisher galt es lange Zeit als gesichert, dass unsere Heimtiere vom "Cavia aperea", dem einfachen Wildmeerschweinchen, abstammen und so steht auch dieses bisher in allen Büchern so drin. Aber neue genetische Untersuchungen zeigen auf, dass unsere Heimtiere enger mit dem Tschudi-Meerschweinchen (Cavia tschudii) verwandt sind und seit ein paar Jahren gilt das eigentlich auch als gesichert. Bevor ich das aber nun in mein Buch übernehme, wollte ich es ganz genau wissen und habe also zwei Tage damit verbracht, alle Informationen zu diesen neuen Untersuchungen zu lesen die ich finden konnte und mein Hirn zu überreden, diese auch zu verstehen. Wenn ihr euch dieses Beispiel anschaut, versteht ihr wohl, warum mein Hirn da ohne viel Kaffee und lieb zureden mitunter streikte:

Molecular diversity among domestic guinea-pigs (Cavia porcellus) and their close phylogenetic relationship with the Andean wild species Cavia tschudii

Erst danach übernahm ich diese Information in mein Buch. Für also einen Satz im Buch, habe ich zwei Tage gelesen. Und so ging es immer weiter. Es gibt neue Arbeiten zum Thema „natürlicher Lebensraum der Wildmeerschweinchen“. Da wurde es noch komplizierter, denn es wird teilweise nicht zwischen Cavia aperea und Cavia tschudii unterschieden und während die eine Arbeit sagt, die Tiere leben in der Wet Puna, sagt die andere, sie leben in der Dry Puna. Es ist kaum raus zu finden, wer Recht hat und was stimmt und das ganze wird besonders schön, da viele Arbeiten auf Spanisch sind – mein Spanisch ist … naja, sagen wir eher rudimentär, also mussten mir div Übersetzungsprogramme helfen und wie lustig es dann wird, weiß jeder, der sich mal einen Text von Google hat übersetzen lassen. Und so brauchte ich eine Woche für einen Absatz über den Lebensraum wilder Meerschweinchen, der nun trotzdem sehr ungenau ist, weil die Quellen einfach extrem unterschiedliche Aussagen machen.

So zieht es sich durch das ganze Buch, immer wieder habe ich das, was ich glaubte zu wissen, hinterfragt und habe viel Zeit damit verbracht, z. B. auch in Foren Erfahrungsberichte nachzulesen, denn auch hier ändert sich die Fragestellung sehr. Früher wurde häufiger gefragt, was Meerschweinchen fressen dürfen und vor 15 Jahren bin ich wegen der Behauptung, sie bräuchten kein Trockenfutter, aus fast allen Foren und Mailinglisten raus geflogen. Aber in dem Bereich ist heute kaum noch viel Aufklärung nötig, statt dessen wird häufiger nach Wiesengrün und medizinischer Wirksamkeit von Kräutern gefragt. Auf solche neuen Bedürfnisse wollte ich natürlich eingehen. Und genau deshalb dauerte es über ein Jahr, bis das Manuskript fertig war. Hätte ich einfach nur meine eigene HP rezitiert und abgeschrieben, das hätte nicht halb so lang gedauert. All das hat aber auch für die HP viel gebracht, denn was immer ich neu gelernt habe, habe ich auch auf der HP ergänzt, mit wenigen Ausnahmen (nicht jedes Thema aus dem Buch ist auf der HP so ausführlich). Eigentlich dumm von mir, andere Autoren machen das nicht und dann freuen sich die Leser über ganz neue Erkenntnisse, ich bekomme bei jedem Buch mindestens eine schlechte Rezension in der steht, dass im Buch nichts Neues zu finden ist und man alles schon im Internet findet...

Das war der letzte Teaser zum Buch, mehr Infos findet ihr auch hier:

Making-of: "Das Kosmos Handbuch Meerschweinchen"

03 März 2015

Zeichenzahlen, Anpassung und Korrekturen



Teaser: Making of „Kosmos Handbuch Meerschweinchen“

Zeichenzahlen, Anpassung und Korrekturen
- in so einem Buch steckt mehr Arbeit als mancher denkt.

Kleintierratgeber entstehen ganz anders als beispielsweise Romane. Es ist in dem Bereich nicht üblich, erst das Buch zu schreiben und dann einen Verlag zu finden der es veröffentlicht. Vielmehr wird erst der passende Verlag gesucht, der entsprechende Bücher im Verlagsprogramm hat und bei dem es genau das Buch das man schreiben möchte noch nicht gibt. Ist der passende Verlag gefunden, gibt es dort häufig schon Buchreihen in an welche das Buch dann angepasst wird. Ein gutes Beispiel dafür sind meine „Ihr Hobby“ Bücher, die alle vom Umfang und Schreibstil in die „Ihr Hobby Reihe“ vom Verlag Bede bei Ulmer, eingepasst sind. Sie haben alle 80 Seiten, ein ganz bestimmtes Layout und eine bestimmte Zielgruppe.

Und so hatte ich auch schon von diesem Buch, bevor es überhaupt geschrieben wurde, eine bestimmte Vorstellung davon wie es später aussehen würde und habe das Konzept daran angepasst. Es beinhaltet nicht nur den späteren Aufbau des Buches in Form von Gliederung, Überschriften und kurzen Inhaltsangaben zu den Kapiteln, sondern auch eine kurze Abhandlung darüber, welche Zielgruppe das Buch hat, welche Bücher es schon auf den Markt gibt und warum das Buch, das man schreiben möchte anders ist, als die vorhandenen Bücher und so weiter. Eine Seite des Konzeptes zeige ich euch als Bild. Das Konzept zum Buch umfasste insgesamt 9 Din A 4 Seiten, aufgeteilt in 5 Seiten Konzept, eine Seite Hintergrundinfo und auf 3 Seiten zum Thema Bilder die benötigt werden.
Die zweite Seite meines Konzeptes


Nachdem das Konzept vom Verlag angenommen wurde, bekommt man einen dicken Vertrag in dem unfassbar viel geregelt ist, von den Nutzungsrechten über Bezahlung bis hin zu dem gefürchteten Abgabetermin für das Manuskript. Es gibt auch bestimmte Vorgaben zum Buch: Das fertige Buch wird 192 Seiten haben, das ergibt bei der verwendeten Schrift und dem entsprechenden Satz etwa 325.000 Zeichen inklusive Leerzeichen, um die 250 Bilder und etwa 8 Kapitel waren ebenfalls vorgesehen. Der Autor selbst bestimmt, welchen Umfang die Kapitel haben und was drin steht.

Nachdem das geklärt ist, wird geschrieben, dazu gibt es demnächst noch einen eigenen Teaser. Konzept, Aufbau und Überschriften sind natürlich kein starres Gebilde, sondern nur ein grobes Gerüst. Es fällt einem noch so viel ein, dass es kaum möglich ist, sich an ein Konzept zu halten. Am Ende sind meine Manuskripte leider auch immer viel zu lang. Glücklicherweise habe ich dann viele Freunde, die es lesen und helfen zu kürzen. Trotzdem gebe ich immer zu lange Manuskripte ab und dann liegt es am Lektor und am Verlag wie wir damit umgehen. Meine erste Manuskriptfassung zum Buch hatte 347.981 Zeichen + viele viele Tabellen mit vielen weiteren Zeichen, die dazu dann auch noch sehr viel Platz weg nehmen (150 Din A 4 Seiten). Tja, das war natürlich viel zu lang und wir haben dann gemeinsam gekürzt bis es wenigstens halbwegs passte. Ich verrate es jetzt schon, so ganz haben wir es nicht geschafft, deshalb hat das Buch mehr Text als geplant und statt dessen 17 Bilder weniger, zum Glück war der Verlag doch recht flexibel.

Nebenher wurden die Bilder für das Buch ausgesucht. Das ist eine nicht ganz leichte Aufgabe, die Fotografin hatte um die 2000 Bilder raus gesucht, die passen könnten, dazu kamen noch Fremdbilder und ihr erinnert euch vielleicht, ich habe auch bei Facebook und in Foren nach Gehegebildern gesucht.

Alles zusammen ging dann in die Grafik und dann wurde es richtig lustig. Die erste Korrekturfahne flatterte ins Haus. Damit das Buch professionell und gut aussieht, muss der Text nämlich möglichst perfekt eingepasst werden. Aber natürlich passt der Text meist eben nicht so gut und so hat man fast auf jeder der 190 Seiten im Buch Anmerkungen von der Grafik: „Hier müssen zwei Zeilen dazu, hier welche weg und da fehlt noch eine halbe Seite und ein Einleitungstext etc.“. Natürlich hat man auch wenig Zeit für diese Korrekturen und so arbeiteten Gabi Desch, Tina Langen und ich zusammen tagelang daran zu kürzen oder was zu ergänzen. Das Ergänzen ist beinahe ein Kinderspiel, mehr schreiben geht ja fast immer, obwohl es bei Einleitungen oder Themen, die ohnehin ausführlich abgehandelt sind, schon mitunter schwer fällt. Kürzen ist hingegen immer ein Albtraum und fällt allen schwer. Häufig wird sich dann auf die reine Information beschränkt und jeder nett formulierte Nebensatz wird gestrichen. Trotzdem darf es nicht zu sachlich werden und da eine Balance zu finden ist nicht einfach. Am Ende kamen im ersten Durchlauf über 15 Seiten Korrekturen zusammen. Ich zeige euch als Bild eine Seite der Korrekturfahne und wie sie hinterher aussieht.

So sieht eine zu korrigierende Seite aus

Die fertig korrigierte Seite

Zusätzlich müssen dann noch alle Verweise innerhalb des Textes erstellt werden („Siehe Seite XX“) weil ja da erst klar wird, auf welche Seite der entsprechende Text steht und dann werden noch die Bildunterschriften erstellt (auch nochmal 11 Seiten).
Nachdem das eingepasst ist, kommt die nächste Korrekturfahne.Und da müssen dann wieder alle ran, kürzen, verlängern, ändern, umschreiben und vor allem Gabi, Tina und Alice haben dann alle in Eile hinein geschriebenen Rechtschreibfehler und verdrehte Sätze wieder gefunden und korrigiert, denn bei jeder Korrektur schleichen sich auch wieder Fehler ein. Es gibt so etwa drei Korrekturphasen und jeder einzelne liest das ganze Buch um die 10 x von Vorne nach hinten durch. Dann gibt es die Endfassung und die Fehler, die jetzt nicht gefunden werden, die bleiben drin – und irgendwelche Fehler bleiben immer drin. 

Dann dauert es nur noch wenige Monate und eines Tages kommt dann das erste gedruckte Exemplar per Post an und man sieht es endlich ausgedruckt und als Buch vor sich. Und ja, ich gebe es zu, dann ist man schon ein wenig stolz.